Rysy – Aufstieg zum Gipfel
- 07:45
- 22 km
- 1320 m
Viele Höhenmeter, leichte Kletterei im Fels und grandiose Ausblicke auf die Hohe Tatra auf der einen und die Westtatra auf der anderen Seite – so lässt sich der Aufstieg auf den Kriváň, das Symbol der Slowakei, zusammenfassen.
Vom Parkplatz geht es zunächst auf der Asphaltstraße bergauf, die euch in wenigen Minuten zur Abzweigung bývalá Vážecká chata (1.180 m) bringt. Dort biegt ihr links ab und folgt der grünen Markierung in Richtung Tri Studničky. Früher stand hier Wald, der jedoch durch eine Windwurf-Kalamität zerstört wurde, sodass man den Gipfel des Kriváň heute bereits von hier sehen kann. Der Weg fällt dann sanft wieder zur Straße ab, doch kurz bevor ihr sie erreicht, biegt ihr rechts auf einen weiteren Forstweg ab, der euch in wenigen Minuten zum Wegweiser in der Siedlung Tri Studničky (1.145 m) führt – einige malerische Häuser.
Folgt weiter der grünen Markierung, haltet euch rechts auf den mit Steinen gepflasterten Steig, passiert einen Unterstand und beginnt den Anstieg über die freie Fläche, die nach der Kalamität vom Wald übrig geblieben ist. Bei guter Sicht könnt ihr von hier den Kamm der Niederen Tatra sehen, einschließlich des Chopok und des höchsten Gipfels Ďumbier. Sobald ihr endlich den Schatten des Waldes erreicht, geht dieser bald in Latschenkiefern über – vor der Sonne seid ihr also nicht lange geschützt.
Die Latschenkiefern lasst ihr nach einigen langen Serpentinen hinter euch, dann steigt ihr auf einer langen Querung weiter hinauf bis zur Abzweigung im Krivánsky žľab (2.300 m). Kurz davor überquert ihr zwei Bäche, an denen ihr Wasser nachfüllen könnt. Weiter oben gibt es keine Möglichkeit mehr.
Vom Krivánsky žľab steigt ihr auf der blauen Markierung weiter auf. Stellenweise müsst ihr etwas im Fels kraxeln und auf Schutt achten, der unter den Füßen wegrutschen kann. So erreicht ihr den Grat, dem ihr bis zum Gipfel folgt. Der Weg über den Grat ist meist technisch nicht besonders anspruchsvoll, auch wenn es einige Stellen gibt, an denen die Hände zum Einsatz kommen. Unterwegs passiert ihr den weniger markanten Gipfel Malý Kriváň (2.335 m). Am Ende des Anstiegs, kurz unter dem eigentlichen Gipfel des Kriváň, wartet noch einmal etwas Kraxelei im Fels. Ketten sucht ihr hier allerdings vergeblich.
Der Kriváň ist der westlichste Gipfel der Hohen Tatra. Blickt ihr nach Osten, liegt die gesamte restliche Hohe Tatra vor euch. Im Westen seht ihr die Westtatra, und im Süden in der Ferne den langen Kamm der Niederen Tatra. Direkt unter euch spiegelt sich die Wasserfläche des Krivánske Zelené pleso, etwas weiter im benachbarten Tal dann das Nižné Terianske pleso.
Für den Rückweg steigt ihr zunächst wieder in den Krivánsky žľab ab. Damit ihr nicht die gesamte Tour auf demselben Weg zurückgehen müsst, biegt ihr dort links auf die blaue Markierung ab. Anfangs geht es steil über einen steinigen Abstieg hinunter, später auf einer sanfteren Querung über den grasigen Südgrat des Kriváň. So verliert ihr weiter an Höhe, bis ihr schließlich durch Latschenkiefern und Wald die Abzweigung Jamské pleso (1.448 m) erreicht.
Hier biegt ihr rechts auf die rot markierte Tatranská magistrála ab und erreicht kurz darauf den See. Das Jamské pleso ist nicht groß, aber vielleicht liegt gerade darin sein Reiz. Weiter führt euch der Weg in bequemem Gefälle in etwa einer Stunde zur bývalá Vážecká chata, von wo es nur noch ein paar Schritte zum Parkplatz sind.