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Velebit-Durchquerung – Südteil

Konditionelle Schwierigkeit: Anspruchsvoll Technische Schwierigkeit: Leicht
23:31
Gehzeit
68 km
Distanz
4800 m
Höhenmeter
Kein Rundweg
Anspruchsvoll Konditionelle Schwierigkeit Leicht Technische Schwierigkeit
Dostupné busem Spaní ve stanu Spaní v útulně Dobré výhledy

Beschreibung der Wanderung

Die Durchquerung des südlichen Velebit ist eine anspruchsvolle und atemberaubende Gratwanderung durch den wildesten Teil des kroatischen Velebit-Gebirges, wo raue Berglandschaft auf Ausblicke aufs Meer trifft. Diese viertägige Route bietet ein unvergessliches Naturerlebnis – über die höchsten Gipfel, durch verlassene Siedlungen, tiefe Wälder und zu gemütlichen Schutzhütten.


Tag 1: Aufstieg auf den Velebit-Kamm

Der Aufstieg auf den Kamm des Velebit beginnt an der Küste in der Siedlung Modrič bei Rovanjska, unweit der bekannten Paklenica-Schlucht. In Modrič gibt es eine Bushaltestelle und direkt daneben einen kleinen kostenlosen Parkplatz, auf dem ihr das Auto stehen lassen könnt.

Der markierte Weg führt oberhalb der Siedlung hinauf und verläuft auf einem gut gepflegten Pfad, der sich zwischen Felsen und Buschwerk hindurchschlängelt.

Nach 200 Höhenmetern quert ihr eine Schotterstraße und kommt durch die aufgegebene Siedlung Stanići mit verfallenen Steinhäusern und Terrassen.

Sveti Ivan

Danach folgt ein steiler Anstieg von rund 400 Höhenmetern durch lichten Wald auf weite Flächen mit Weiden, wo ihr auf eine Schotterpiste für Geländewagen trefft. Nach knapp anderthalb Kilometern zweigt ihr links ab und gelangt durch leicht welliges Gelände zu den Resten der Kirche Sveti Ivan. In der Nähe befindet sich eine schlammige Viehtränke, die im äußersten Notfall (und nach Filterung) als Wasserquelle dienen kann.

Hinter der Kirche kann man den richtigen Weg leicht verlieren, deshalb ist erhöhte Aufmerksamkeit bei Markierungen und GPS nötig. Von hier steigt der Weg allmählich am Hang an, mit einer weiten Hochfläche zur Rechten, bis zum Sattel Iza Čovika (1.008 m).

Im Sattel zieht der Weg nach links in den Hang und steigt steil weiter bis zum nächsten Sattel auf 1.293 m an. Dahinter wird links ein großer Dolinenkessel umgangen, kurz darauf steigt der Weg in einen kleineren hinab.

Planinarsko sklonište Dušice

Kurz hinter der letzten Doline erreicht ihr bereits eine kleine Wiese mit der gemütlichen Schutzhütte Dušice (1.262 m), hinter der sich auch eine überdachte Quelle befindet.

Die Schutzhütte Dušice besteht aus zwei Räumen – einem Schlafraum mit Etagenbetten und einer kleinen Küche mit Esstisch. Vor der Hütte stehen ein großer Tisch und eine große Feuerstelle. Auf der Wiese davor finden sich ein paar ebene Plätze für Zelte.

Etappenfazit

Der erste Tag der Durchquerung des südlichen Velebit führt euch von der Küste hinauf in die Berge – durch verlassene Siedlungen und über grasige Hochflächen bis zur Schutzhütte Dušice, dem ersten Vorgeschmack auf den Velebit-Kammweg.

Tag 2: Der höchste Abschnitt des Velebit – Sveto Brdo und Vaganski vrh

Der zweite Tag beginnt mit einem kurzen Anstieg zum Sattel oberhalb der Hütte, dahinter folgt fast ebenes Gelände über eine Bergwiese. Das ändert sich jedoch schnell in einen steilen Aufstieg über die Flanke des Sveto Brdo – zunächst durch Buchenwald, später durch grasiges Gelände mit einzelnen Felsen.

Sveto Brdo

Der Anstieg endet am Gipfelkreuz auf dem Sveto Brdo (1.751 m), von wo sich ein großartiger Blick nicht nur auf das Meer und die Inseln, sondern auch auf den Velebit-Kamm und die Berge im Hinterland öffnet. Bei guter Sicht könnt ihr im Osten sogar den Gipfel der Dinara (1.831 m) erkennen – den höchsten Berg Kroatiens.

Es folgt ein Abstieg von etwa 250 Höhenmetern in einen Sattel, von dem aus man zur Schutzhütte Vlaški Grad absteigen kann.

Danach beginnt eine lange, wellige Querung des Kamms, anfangs durch grasiges Gelände mit einem Schuttfeld. Hinter der Weggabelung Čičina dolina wechselt der Pfad auf die Inlandseite des Kamms, wo ihr überwiegend durch Latschenkiefern geht.

Ihr kommt durch den Sattel Malovan (1.623 m) und an der Abzweigung zum Gipfel Brundo (1.716 m) vorbei.

Vaganski vrh – der höchste Gipfel des Velebit

Nach unzähligen kleineren Abstiegen und Gegenanstiegen, von denen der Weg seit dem Sattel unterhalb des Sveto Brdo geprägt ist, steigt ihr schließlich über grasige Hänge zum höchsten Gipfel des Velebit auf – dem Vaganski vrh (1.757 m).

Schutzhütte Struge

Auch der Vaganski vrh ist ein hervorragender Aussichtsgipfel – nicht nur aufs Meer, sondern auch auf den Velebit-Kammweg. Sobald ihr die Aussicht und die Pause ausgiebig genossen habt, ist es Zeit für den entspannten Abstieg zum Brunnen Marasovac und weiter zur Schutzhütte Struge. Wenn ihr die Etappe bereits hier beenden möchtet, müsst ihr sämtliches Wasser für die Nacht und den Morgen vom Brunnen mitnehmen – an der Hütte Struge gibt es keine Quelle mehr.

Hinter der Hütte folgt ein angenehmer Pfad zum Sattel Buljama (1.394 m) mit schönem Blick auf die Täler und Wälder unter euch. Im Sattel beginnt ein steiler Abstieg durch felsiges Gelände bis zu einer Weggabelung auf etwa 1.100 m Seehöhe, von der man zur Berghütte Paklenica (480 m) absteigen kann. Unsere Route führt rechts weiter, als Querung am saisonalen Quellpunkt Zanzibar vorbei, bis zum Sattel Stražbenica (1.130 m), in dem sich ebenfalls eine ergiebige Wasserquelle befindet.

Veliko Rujno

In leichtem Gefälle geht es weiter auf das weitläufige Plateau Veliko Rujno auf etwa 900 m Höhe. Unterwegs solltet ihr unbedingt über den Rand des tiefen Abgrunds Jama Golubinka blicken. Bei dem Gehöft Gornji Marasovići steht die kleine Kirche Velika Gospa, neben der sich ein Brunnen mit Wasser befindet. In der Umgebung gibt es sehr viele ebene Weideflächen, auf denen sich problemlos ein Zeltplatz finden lässt.

Etappenfazit

Die zweite Etappe ist das Herzstück des Velebit-Kammwegs – mit den Anstiegen auf Sveto Brdo und Vaganski vrh bietet sie die höchsten Punkte der gesamten Durchquerung und die weitesten Ausblicke auf die Adria und das Hinterland.

Tag 3: Die wildeste Etappe der Velebit-Durchquerung

Die heutige Etappe beginnt mit vier flachen Kilometern quer über Weiden mit Kühen, Pferden und Schafen. Erst bei der aufgegebenen Einzelhofstelle Marikovića stan beginnt der Weg sanft anzusteigen und führt euch mit zahllosen kurzen Auf- und Abstiegen durch Wiesen und Wälder – vorbei an der Hofstelle Račabuša, an der Abzweigung zur Höhle Špilja Vrtlina und an der Abzweigung zur Steinernen Galerie.

Hornotter

Genau in diesem Abschnitt sind wir am Vormittag insgesamt vier Hornottern begegnet, die sich in der Morgensonne aufwärmten. Hier heißt es ständig auf den Weg schauen und gelegentlich einen kleinen Satz zur Seite machen. Die Hornotter ist giftiger als unsere Kreuzotter, gilt aber nicht als angriffslustig und versucht sich bei Annäherung meist rasch zu verstecken.

Tatekova koliba

Die Nähe der Hochebene Stap, auf der die Schutzhütte Tatekova koliba (860 m) steht, kündigt sich durch einen Anstieg zu einem markanten Felskopf an, der an einen abgerundeten Kegel erinnert und von dem man einen schönen Blick aufs Meer hat. Danach folgt ein steiler Abstieg zur Hochebene und zur Tatekova koliba.

Die Tatekova koliba ist von Bäumen umgeben, die angenehmen Schatten für den Sitzplatz am Tisch im Freien spenden. Zum Übernachten dienen ein „Schlafraum“ und eine erhöhte Schlafebene im Hauptraum. Auf den Wiesen unterhalb der Hütte gibt es genügend Plätze für Zelte. Im Hauptraum kann man den Ofen anheizen und das Handy über USB-Anschlüsse laden, die von einem Solarpanel auf dem Dach gespeist werden. Ein Stück von der Hütte entfernt gibt es eine Handpumpe mit Wasser.

Mit etwas Glück könnt ihr in den kleinen Wasserbecken unterhalb der Quelle junge Molche oder sogar eine Ringelnatter sehen.

Panos

Hinter der Hütte wartet ein kürzerer Anstieg und ein weiterer Abschnitt mit welligem Gelände, überwiegend im Wald. Ein steiler Aufstieg von etwa 100 Höhenmetern bringt euch in einen kleinen grasigen Sattel mit Blick auf den Gipfel Panos (1.258 m). Auf dem Weg dorthin müsst ihr jedoch zuerst in den Wald absteigen und dann rund 200 Höhenmeter zu einer alten Militärstraße aufsteigen, die zum Gipfel führt.

Auf dem Gipfel Panos befindet sich eine alte militärische Radar- und Kommunikationsstation. Vom Besuch der Anlagen wird allgemein abgeraten, da sich die Gebäude in sehr schlechtem Zustand befinden, Absturzgefahr in unterirdische Räume besteht und Minenvorkommen in der Umgebung nicht ausgeschlossen werden können. Wenn euch all das nicht abschreckt, steht einem Besuch allerdings nichts im Weg…

Andernfalls folgt ihr der alten Straße etwa einen halben Kilometer und biegt in einer scharfen Rechtskurve auf einen Pfad ab. Dieser führt weiter durch den Wald bis unter den Gipfel Brdašce (1.243 m), wo ein wunderschöner Panoramaabschnitt mit Meerblick beginnt, der fast zwangsläufig zu ein paar Fotos einlädt.

Veliki Stolac und Schutzhütte Šugarska Duliba

Wenn ihr genug Zeit und Kraft habt, könnt ihr die anspruchsvollere, aber deutlich schönere Variante über den Gipfel Veliki Stolac (1.406 m) wählen. Die bequemere Route führt in einer Querung über seine Südwestflanke zur Schutzhütte Šugarska Duliba (1.212 m). Etwa 100 Meter vor der Hütte befindet sich im Wald neben den Resten eines Gebäudes ein Brunnen mit Wasser.

Die Schutzhütte Šugarska Duliba ist eine brandneue, moderne Hütte mit zwei verglasten Wänden, Ofen, normaler Steckdose und USB-Anschlüssen zum Laden des Telefons. In der Umgebung gibt es nicht viel Platz für Zelte, deshalb muss man bei größerem Andrang zum Brunnen zurückgehen – dort findet man mehr ebene Stellen.

Etappenfazit

Der dritte Tag der Durchquerung des südlichen Velebit gehört zu den wildesten – euch erwarten stille Weiden, Anstiege durch den Wald, Schlangen auf dem Weg und eine Übernachtung in einer modernen Schutzhütte unterhalb des Veliki Stolac.

Tag 4: Abstieg vom Velebit nach Baške Oštarije

Der Abstieg nach Baške Oštarije ist langwierig und führt meist durch Wald mit umgestürzten Bäumen und teilweise etwas zugewachsenen Abschnitten. Wie auch im übrigen Verlauf der Velebit-Durchquerung ist die Markierung jedoch meist gut, sodass die Orientierung kein Problem darstellt.

Für die letzte Etappe solltet ihr etwa 6 bis 7 Stunden einplanen und mit rund 800 Aufstiegsmetern rechnen. Nehmt genügend Wasser aus dem Brunnen bei der Hütte mit – unterwegs gibt es keine weitere Wasserstelle.

In Baške Oštarije steigt ihr direkt bei einem Restaurant mit ausgezeichneter Küche aus. Einen Laden gibt es hier nicht.

In der Umgebung gibt es nur wenige einfache Übernachtungsmöglichkeiten, im weiteren Umkreis aber genug Plätze für eine Nacht im Zelt. Je nachdem, wann ihr ankommt, könnt ihr mit dem Bus oder per Anhalter an die Küste nach Karlobag fahren und dort übernachten.

Von Karlobag geht es dann wieder mit dem Bus oder per Anhalter auf der Adriatischen Küstenstraße über Starigrad (Paklenica) zurück nach Modrič zum Auto.

Etappenfazit

Die letzte Etappe des südlichen Velebit-Kammwegs steht ganz im Zeichen eines langen Abstiegs, von Waldwegen und der Rückkehr in die Zivilisation – die Durchquerung endet in Baške Oštarije mit der Möglichkeit, weiter an die Küste zu fahren.

Die Durchquerung des südlichen Velebit auf einen Blick

Die Durchquerung des südlichen Velebit ist ideal für erfahrene Wanderer, die eine mehrtägige Gratwanderung abseits stark begangener Routen suchen. Dieser Teil des Velebit-Gebirges bietet eine außergewöhnliche Kombination aus rauer Natur, weiten Bergblicken und Einsamkeit. Wenn ihr eine Velebit-Durchquerung plant, wird euch der südliche Teil mit seiner Landschaft und Atmosphäre begeistern.

Nützliche Infos

Mit dem Auto

Mit dem Auto zum kleinen Parkplatz neben der Bushaltestelle im Dorf Modrič.

Mit dem Bus

Mit dem Bus erreicht ihr Modrič (im Fahrplan nach dem Nachbarort Rovanjska suchen) von Zadar oder vom nahen Ferienort Starigrad (Paklenica) aus.

Fahrpläne

Die Möglichkeiten, auf der Velebit-Durchquerung Wasser nachzufüllen, sind sehr begrenzt. Eine Quelle oder Wasserstelle gibt es meist in der Nähe der Schutzhütten – mit Ausnahme der Hütte Struge; von dort sind es etwa 20 Minuten bis zum Brunnen. Nehmt für unterwegs lieber etwas Wasserreserve mit, besonders die felsigen, zum Meer hin ausgerichteten Hänge können sehr heiß sein und das Wasser in der Flasche ist schnell aufgebraucht.

Lebensmittel kann man unterwegs nicht nachkaufen. In den Schutzhütten findet sich gelegentlich etwas Essbares, das sollte aber nur in Notfällen genutzt werden.

Die Durchquerung des südlichen Velebit lässt sich auch auf mehr Tage aufteilen, dann müsst ihr allerdings noch mehr Verpflegung tragen. Unterwegs gibt es viele Möglichkeiten, zur Küste auf die Adriatische Küstenstraße abzusteigen. Vereinzelt kann man auch auf die andere Seite des Kamms ins Hinterland absteigen.

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