Roháčská Seen: wunderschöne Rundtour in den Roháče
- 04:45
- 14 km
- 720 m
Die Überschreitung des Hauptkamms der Westtatra gehört zu den schönsten Treks der Slowakei, ist aber zugleich eine echte Herausforderung. Der Kamm lässt sich nicht vollständig begehen, weil ein langer Abschnitt im östlichen Teil zwischen dem Pyšné sedlo und dem Gipfel Temniak gesperrt ist. Leider sind das nicht die einzigen Schwierigkeiten: Auf dem Kamm gibt es praktisch kein Wasser, und das größte Problem ist, dass es dort keine legale Übernachtungsmöglichkeit gibt.
Das gesamte Gebirge liegt im Nationalpark. Deshalb darf man nicht dort übernachten, wo es gerade passt, sondern nur an ausgewiesenen Plätzen. Solche gibt es hier allerdings nicht. Das wäre noch zu verkraften, wenn es in Kammlage Berghütten gäbe, doch auch die fehlen hier leider. Die meisten lösen die Überschreitung der Westtatra daher so, dass sie das Risiko eingehen und dort schlafen, wo es sinnvoll erscheint, und manche gehen sogar den gesamten Kamm einschließlich des gesperrten Abschnitts.
Wenn ihr die Regeln respektiert und keinen Ärger mit der Nationalparkverwaltung riskieren wollt, müsst ihr euch auf den zugänglichen Teil beschränken und an zwei Abenden jeweils unlogisch mehr als 600 Höhenmeter absteigen, um sie am nächsten Morgen wieder bis zum selben Punkt aufzusteigen. Also zumindest dann, wenn ihr keinen Teil des Kamms auslassen wollt ... Das macht die Kammüberschreitung der Westtatra zu einer Tour ausschließlich für Wanderer in sehr guter Kondition. Schauen wir uns an, wie das am besten funktioniert.
Von der Kreuzung an der Brücke am Ortsrand von Jalovec folgt ihr der gelben Markierung auf der Asphaltstraße. Nach zweieinhalb Kilometern biegt ihr an der Weggabelung Bobrovecká Vápenica links auf den blauen Weg ab. Dieser führt zunächst mäßig ansteigend, mit einer Wiese rechts und verstreuten Hütten links. Bald wird der Anstieg im Wald jedoch deutlich steiler und bringt euch über die Wegweiser nad kameňolomom (1.035 m) und pod Babkami (1.220 m) bis zur Chata Pod Náružím (1.420 m) (www.chatacervenec.sk), die auch oft Červenec genannt wird. Die Hütte ist meist nur an Wochenenden geöffnet, im Juli und August durchgehend. Eine Übernachtung muss vorab beim Hüttenwirt reserviert werden (Kontakt).
Wenn euch nach dem Einchecken noch Zeit und Lust bleiben, könnt ihr leicht bepackt noch einen rund zweistündigen Abstecher auf den Gipfel Babky (1.566 m) machen.
Von der Chata Pod Náružím steigt ihr auf dem blauen Weg ins Predúvratie-Sattel (1.585 m) auf, biegt rechts auf den grünen Weg ab und setzt den Aufstieg über Ostrá (1.764 m), einen kurzen Abstieg zum Priehyba-Sattel (1.650 m) und schließlich den Anstieg auf den Sivý vrch (1.805 m) fort. Vom Sivý vrch folgt ein steiler Abstieg, an mehreren Stellen mit Ketten gesichert. Danach kommt ein entspannterer Abschnitt, der überwiegend durch hohe Latschenbestände zum Pálenica-Sattel (1.570 m) führt. Unweit davon kann man auf dem gelb markierten Weg Richtung Bobrovecká dolina Wasser an einer Quelle am Bach nachfüllen.
Vom Sattel folgt ihr der roten Markierung zunächst steiler, später relativ gleichmäßig und lang ansteigend oberhalb der Latschenbestände über die Gipfel Pálenica (1.753 m) und Zuberec (1.806 m) bis auf die Brestová (1.903 m). Hier verliert ihr kurz einige Höhenmeter beim Abstieg ins Parichvost-Sattel (1.856 m), nur um sie kurz darauf beim Anstieg auf den ersten Zweitausender, den Salatín (2.048 m), wieder zu gewinnen.
Hinter dem Salatín wartet ein schöner felsiger Kammabschnitt namens Skriniarky, der eine willkommene Abwechslung zum bisherigen Wandern auf ausgetretenen Pfaden bietet. Hier müsst ihr immer wieder die Hände zu Hilfe nehmen und trefft auch auf einige Ketten. Die Skriniarky sind gewissermaßen ein Vorgeschmack auf die schwierigeren Passagen, die euch bei der Überschreitung der Westtatra noch erwarten.
Nach den Skriniarky steht ihr auf dem Gipfel der Spálená (2.083 m) und geht weiter zur benachbarten Pachoľa (2.167 m). Dahinter steigt ihr ins Baníkovské sedlo (2.040 m) ab und beginnt den Anstieg auf den berühmten Baníkov (2.178 m). Der Baníkov ist für seine schwierigen, mit Ketten gesicherten Passagen bekannt, die zu den anspruchsvollsten Stellen der gesamten Tour gehören. Gleich hinter dem Gipfel wartet die erste davon: ein recht steiler felsiger Gratrücken. Sobald ihr ihn hinter euch habt, folgen beim Abstieg weitere Ketten und anspruchsvollere Passagen.
Hinter dem Baníkov könnt ihr euch von den schwierigen Stellen kurz erholen: Es folgt ein unschwieriger Anstieg auf ausgetretenem Pfad zur Hrubá kopa (2.166 m). Danach warten erneut anspruchsvollere, teils längere felsige Abschnitte mit Ketten, auf denen ihr auf- und absteigt und auch quert. Dabei überschreitet ihr bereits die Tri kopy (2.136 m), den letzten Gipfel dieses Tages. Anschließend folgt ein langer, steiler Abstieg mit vielen losen Steinen ins Smutné sedlo (1.965 m).
Vom Smutné sedlo steigt ihr auf dem blauen Weg rund 650 Höhenmeter zur Žiarska chata ab (www.ziarskachata.com). Eine Übernachtung sollte rechtzeitig reserviert werden.
Am Morgen müsst ihr zunächst wieder zurück ins Smutné sedlo. Auf der roten Markierung setzt ihr die Kammwanderung mit dem Aufstieg zum Plačlivé (2.125 m) fort und steigt gleich wieder in die Scharte ab, die ihn vom Ostrý Roháč (2.088 m) trennt. Der Ostrý Roháč ist eine weitere Ikone der Überschreitung der Westtatra und zugleich die letzte Stelle am Kamm, an der euch Ketten fordern. Auf die erste trefft ihr schon im Aufstieg, doch die schwierigste Passage wartet direkt hinter dem Gipfel: ein sehr schmaler felsiger Grat mit steilen Abstürzen auf beiden Seiten. Wenn ihr diese Stelle geschafft habt, sollte der Abstieg ins Jamnícke sedlo (1.908 m) kein Problem mehr sein.
Vom Sattel müsst ihr rund 150 Höhenmeter auf den Volovec (2.063 m) aufsteigen, den ersten Gipfel an der slowakisch-polnischen Grenze. Es folgt der Abstieg in die Scharte pod Deravou (1.836 m), eine Querung unterhalb des Gipfels Deravá (1.955 m) und ein kurzer Abstieg, gefolgt von einem kurzen Gegenanstieg zum Wegweiser am Hang des Hrubý vrch.
Von der Weggabelung steigt ihr auf dem grünen Weg über den Wegweiser pod Hrubým vrchom (1.480 m) zum Wegweiser pod Smrekom (1.305) ab. Auf der blauen Markierung geht es noch etwa einen Kilometer weiter talauswärts, bis rechts die Koliba pod Pustým erscheint, das Ziel dieser Etappe. Kurz hinter der Koliba befindet sich eine Wasserquelle.
AKTUALISIERUNG: Auch wenn dies aus keinem gültigen Gesetz oder einer anderen Vorschrift zum Aufenthalt im TANAP direkt hervorgeht, teilte uns die Verwaltung des TANAP auf Anfrage mit, dass sie eine Übernachtung in der Koliba als Biwakieren betrachtet, weil die Hütte nicht im Kataster eingetragen ist. Biwakieren ist im Nationalpark verboten.
Wenn ihr mögliche Probleme vermeiden wollt, müsst ihr statt in der Koliba zu übernachten weiter bis zum Campingplatz an der Mündung des Račková-Tals gehen (also weitere ca. 6 km).
Gleich am Morgen werden die Beine bei mehr als 600 Höhenmetern Aufstieg zurück auf den Kamm warm, danach folgt ein steiler Anstieg zum Wegweiser Hrubý vrch (2.090 m), der allerdings nicht direkt auf dem Gipfel, sondern etwas darunter liegt. Wenn ihr auch den Gipfel des Hrubý vrch (2.137 m) mitnehmen wollt, müsst ihr einen kurzen Abstecher auf dem grünen Weg machen.
Es folgt der Abstieg in die breite Scharte Jarabcza przelecz und ein kurzer, sanfter Anstieg auf den Gipfel Končistá (1.993 m). Kurz hinter dem Gipfel liegt das Račkovo sedlo (1.958 m), von wo ihr auf der gelben Markierung rund 150 Höhenmeter zu einer Quelle absteigen und Wasser auffüllen könnt. Hinter dem Sattel wartet ein langer Anstieg auf den Klin (2.173 m) und gleich danach ein ebenso langer Abstieg ins Gáborovo sedlo (1.938 m). Dahinter könnt ihr euch auf einem bequemen Weg erholen, der knapp unterhalb des Kamms ins Bystré sedlo (1.946 m) führt.
Hinter dem Bystré sedlo zieht sich der letzte Anstieg der Westtatra-Überschreitung hin – und zwar direkt auf ihren höchsten Gipfel. Bystrá (2.248 m) liegt nicht direkt am rot markierten Weg, daher müsst ihr einen Abstecher machen und auf der blauen Markierung 300 Höhenmeter aufsteigen. Der herrliche Blick auf die Hohe Tatra ist das aber auf jeden Fall wert. Von der Bystrá könnt ihr auf dem kürzesten (unmarkierten) Weg zurück zur roten Markierung absteigen, die ihr am unscheinbaren Gipfel Blyšť (2.155 m) wieder erreicht, und dann ins Pyšné sedlo (1.792 m) absteigen.
Im Pyšné sedlo endet die Kammwanderung praktisch, weil der lange Kammabschnitt von hier bis zum Temniak gesperrt ist. Es bleibt also nichts anderes übrig, als auf dem blauen Weg durch die Kamenistá dolina bis nach Podbanské abzusteigen und die Überschreitung der Westtatra dort zu beenden.