Über den Hinterweg auf den Ďumbier
- 06:45
- 18 km
- 1320 m
Die Durchquerung der Niederen Tatra ist eine unvergessliche, rund 100 Kilometer lange Tour mit Rucksack – mit Übernachtungsmöglichkeiten in Berghütten und Schutzhütten sowie im Zelt oder unter freiem Himmel auf ausgewiesenen Zeltplätzen. Schauen wir uns den attraktiveren Westteil der Kammroute genauer an.
Die Durchquerung der Niederen Tatra beginnt meist in Donovaly, das an der Hauptstraße zwischen Ružomberok und Banská Bystrica liegt und daher sehr gut mit dem Bus erreichbar ist. Direkt ab Donovaly (960 m) folgt ihr der roten Markierung, die euch fast über die gesamte Kammroute begleitet.
Über eine leicht ansteigende Asphaltstraße geht es an mehreren Hotels vorbei. Mit jedem Höhenmeter öffnen sich hinter euch schönere Ausblicke auf den Berg Zvolen und den Kamm der Großen Fatra mit dem Gipfel Krížna. Die Straße führt in das kleine Dorf Polianka, wo der Asphalt endet und ein Waldweg beginnt. Im Wald wechseln flachere Passagen mit kurzen Anstiegen, bis ihr einen grasigen Sattel unter dem Gipfel Kečka erreicht. Rechts steht eine kleine Hütte, und ein Stück dahinter könnt ihr Wasser an einer Quelle auffüllen.
Hinter dem Sattel folgt ein kurzer Anstieg durch Buchenwald auf den breiten, grasigen Gipfel Kečka (1.225 m), von dem sich der erste größere Ausblick öffnet – dominiert vom Massiv der Prašivá. Auf einem Pfad über den grasigen Rücken umgeht ihr den Gipfel Handliarka (1.208 m) und steigt in den Hadlanka-Sattel ab. Nach einem angenehmen Abschnitt bringt euch der Anstieg auf den Kozí chrbát (1.330 m) wieder auf Temperatur; kurz dahinter geht es hinunter ins Hiadelské sedlo.
Im Hiadelské sedlo (1.099 m) steht ein recht neuer Unterstand, bei dem Zelten erlaubt ist; etwas tiefer gibt es auch eine Wasserquelle. Der ansonsten schöne Platz wird allerdings deutlich von Hochspannungsmasten beeinträchtigt, die im Wind zusätzlich unangenehm brummen. Genau genommen beginnt hier erst der Kamm der Niederen Tatra – der bisherige Abschnitt gehört noch zu den Starohorské vrchy.
Hinter dem Sattel wartet einer der längsten Anstiege der gesamten Kammwanderung. Zunächst durch Wald, später durch dichte Latschen, gewinnt ihr fast 600 Höhenmeter bis auf den Gipfel Prašivá (1.673 m). Zum Glück ist das für längere Zeit der letzte wirklich große Anstieg. Auf den folgenden Kilometern dauert kein weiterer Aufstieg länger als ein paar Dutzend Minuten.
Von der Prašivá führt der Pfad über die Malá Chochuľa (1.719 m) zur benachbarten Veľká Chochuľa (1.753 m) und anschließend in sanftem Abstieg nach Košarisko (1.693 m) und zur Wegkreuzung Košarisko, sedlo (1.670 m). Danach folgt ein steilerer Abstieg, und auf einem teils von Latschen gesäumten Hangweg knapp unter dem Kamm erreicht ihr den breiten, grasigen Sattel pod Skalkou (1.476 m). Im Quergang umgeht ihr auch den Gipfel Veľká hoľa (1.540 m) und steigt auf die Latiborská hoľa (1.648 m).
Von der Latiborská hoľa hat man bei guter Sicht großartige Blicke auf die Gipfel vor und hinter euch am Kamm, auf die Kleine Fatra, die Große Fatra, die Westtatra und in der Ferne auch auf die Hohe Tatra. Zu sehen sind außerdem Veľký Choč und die markante Orava-Dominante Babia hora. Solche Ausblicke begleiten euch fast während der gesamten Durchquerung der Niederen Tatra.
Nach dem Abstieg in den Sattel Latiborskej hole (1.540 m) folgt ein angenehmer Abschnitt über die Zámostská hoľa (1.630 m), hinter der etwa 150 Höhenmeter hinauf auf die Ďurková (1.751 m) warten. Im Sattel hinter der Ďurková zweigt rechts ein unmarkierter Pfad zur Schutzhütte pod Chabencom (1.630 m) ab, die meist einfach Ďurková genannt wird.
Etwas weiter führt auch ein grün markierter Weg vom Kamm zur Hütte. Das bedeutet jedoch einen Umweg, und ihr sammelt bis zur Wegkreuzung unnötige Höhenmeter, die ihr gleich danach wieder verliert. Deshalb nutzen die meisten eher die unmarkierte Abkürzung.
In der Hütte kann man nicht nur übernachten, sondern auch aus einem kleinen Speiseangebot wählen und Wasser an einer ergiebigen Quelle unweit der Hütte auffüllen. Die Übernachtungskapazität ist begrenzt (etwa 30 Personen im Gemeinschaftsschlafraum), daher lohnt es sich, früh da zu sein. Wenn alles voll ist, wird auch im Gastraum geschlafen. Rund um die Hütte kann man außerdem im eigenen Zelt übernachten.
Von der Ďurková steigt ihr auf dem blau markierten Weg zurück zum Kamm auf, wo ihr wieder auf die rote Markierung trefft und weiter bis zum Chabenec (1.955 m) aufsteigt. Von der Hütte sind es etwa 300 Höhenmeter, also wird euch hier morgens sicher warm. Hinter dem Chabenec folgt ein kurzer, steiler Abstieg, danach ein insgesamt eher gemütlicher Weg zum Gipfel Kotliská (1.937 m), wo vom Hauptkamm ein mächtiger Südgrat mit dem Gipfel Skalka (1.980 m) abzweigt. Die rote Markierung führt jedoch hinunter ins Križské sedlo (1.775 m) und weiter über Polana (1.889 m) in den Sattel sedlo Polany (1.827 m). Hier stößt der gelb markierte Weg aus dem größten Zentrum der Niederen Tatra hinzu – aus der Demänovská dolina. Der bislang eher ruhige Teil der Kammroute geht hier in den meistbesuchten Abschnitt des Gebirges über. Kurz hinter dem Sattel beginnt ein mit Steinen befestigter Weg, der am Gipfel der Dereše (2.004 m) vorbei unter den Chopok führt.
Am Chopok herrscht dann richtig Betrieb – von beiden Seiten des Kamms strömen Wanderer herauf, und wer nicht zu Fuß gehen will oder kann, kommt mit der Seilbahn. Wenige Meter unter ihrer Bergstation steht die umgebaute und modernisierte Kamenná chata pod Chopkom, die Erfrischungen, Schutz bei schlechtem Wetter und auch Übernachtung bietet. Direkt hinter der Hütte steigt der Weg auf den eigentlichen Gipfel des Chopok (2.024 m), der von hier nur wie ein größerer Steinhaufen mit kurzem Serpentinenpfad aussieht. Unabhängig von der Zahl der Besucher sind die Ausblicke herrlich – besonders der Ďumbier wirkt von hier sehr majestätisch.
Von der Hütte führt der gepflasterte Weg weiter, quert die Südhänge des Chopok und steigt knapp unter dem Kamm bis ins Demänovské sedlo (1.756 m) ab. Hinter dem Sattel warten rund 300 Höhenmeter Anstieg über das Krúpovo sedlo (1.925 m) bis auf den Ďumbier (2.046 m). Der Ďumbier ist der höchste Gipfel des gesamten Gebirges, und vom Gipfelkreuz aus könnt ihr erneut die lange Mauer der West- und Hohen Tatra bewundern. Während der Durchquerung der Niederen Tatra ist dieser Blick zwar häufig, aber er wird trotzdem nie langweilig.
Zum Gipfel des Ďumbier führt nur ein Abstecher vom Kammweg, daher müsst ihr zurück ins Krúpovo sedlo und erst von dort auf der roten Markierung weiter zur Chata M. R. Štefánika (1.740 m) – umgangssprachlich „Štefánička“ – dem Etappenziel des Tages.
Die Chata M. R. Štefánika gehört zu den größeren Berghütten, sodass ihr in einem der sechs Achtbettzimmer übernachten könnt. Nach mehreren Tagen unterwegs ist auch eine Dusche sicher willkommen. Ein Bett kann im Voraus reserviert werden, und wie immer lohnt sich eine möglichst frühe Buchung. Mehr Infos und Reservierung unter www.chatamrs.sk.
Die letzte Etappe ist relativ kurz und bietet mehrere Möglichkeiten. Wenn ihr die Kammroute der Niederen Tatra fortsetzt, folgt ihr weiter der roten Markierung über die Wegkreuzungen Králička (1.682 m) und Kumštové sedlo (1.549 m), über den Gipfel Rovienky (1.602 m) und steigt schließlich in den Sattel Čertovica (1.238 m) ab. Von dort führt die rote Markierung weiter in den Ostteil der Niederen Tatra in Richtung Kráľova hoľa (1.946 m); nach diesem Gipfel wird dieser Abschnitt auch Kráľovohoľské Tatry genannt.
Von Čertovica aus sind die Busverbindungen jedoch schlecht. Wenn ihr die Kammwanderung heute beenden wollt, ist es besser, an der Wegkreuzung Králička auf dem gelb markierten Weg über das Bocianske sedlo (1.506 m) ins Starobocianska-Tal abzusteigen, dem ihr bis zur Straße von Čertovica folgt, zur Abzweigung Starobocianska dolina – ústie (956 m). Dort geht ihr links auf der Hauptstraße weiter und biegt nach 300 Metern rechts auf eine kleinere Straße ab, die ins Dorf Vyšná Boca (950 m) führt. Von dort kommt ihr deutlich einfacher mit dem Bus zum Beispiel nach Liptovský Hrádok und weiter nach Liptovský Mikuláš, wo alle Züge auf der Strecke Bratislava – Košice halten.
Fahrt mit dem Zug nach Ružomberok und steigt dort in den Bus nach Donovaly um. Der Busbahnhof liegt direkt gegenüber dem Bahnhof.
Zurück: Steigt ins Dorf Vyšná Boca ab. Von dort fahren Busse nach Liptovský Hrádok, von wo ihr leicht nach Liptovský Mikuláš weiterkommt. Dort halten bereits alle Züge.
1. TAG
Donovaly - Vrchlúka (0:20) - Hiadelské sedlo (3:00) - Veľká Chochuľa (5:15) - Latiborská hoľa (7:30) - sedlo Ďurkovej (9:30) - útulna pod Chabencom (9:45)
2. TAG
útulna pod Chabencom - Chabenec (1:00) - Kotliská (1:45) - Polana (2:30) - Chopok (4:00) - Demänovské sedlo (4:45) - Krúpovo sedlo (5:10) - Ďumbier (5:40) - Krúpovo sedlo (6:00) - chata M. R. Štefánika (6:40)
3. TAG
chata M. R. Štefánika - Králička (0:30) - Kumštové sedlo (1:10) - Čertovica (2:25)
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